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Neujahrsempfang des AV Köln

Warum Apotheker eine Schlüsselrolle spielen

Die maßgebliche Rolle der Apotheker bei der Arzneimittelversorgung hat gestern die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) betont. Beim Neujahrsempfang des Apothekerverbands Köln stellte die Politikerin die Schlüsselposition der Apotheker heraus. Auch das umstrittene Reformpaket von Bundesgesundheitsminister Spahn war Thema.
Cornelia Dölger
10.01.2019
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Weil die Apotheken vor Ort mit ihrem umfangreichen Leistungsangebot den öffentlichen Versorgungsauftrag umfassend erfüllten und darüber hinaus mit Notdiensten einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft leisteten, seien passende Rahmenbedingungen für ihren Berufsstand unerlässlich, so Reker in der Domstadt. »Das eine geht ohne das andere nicht«, sagte sie laut einer Mitteilung des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR). Die Schlüsselrolle fuße nicht zuletzt darauf, dass Apotheker mit ihren institutionellen Strukturen vor Ort zentraler Ansprechpartner für das Gesundheitsamt seien – etwa wenn es darum gehe, die Arzneimittel- und Impfstoffversorgung in kritischen Situationen zu sichern.

Wenige Tage vor der nächsten ABDA-Mitgliederversammlung wurde gestern auch das Maßnahmenpaket von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) zu geplanten Apothekenmarkt-Reformen zum Thema. Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Köln sowie des AVNR, machte deutlich, dass er die Gleichpreisigkeit bei Rx-Arzneimitteln für »nicht verhandelbar« halte. Bei der ABDA-Sitzung am 17. Januar soll die Apothekerschaft darüber abstimmen, ob sie Spahns Vorstoß zustimmt. Der Minister lehnt das von den Apothekern lange geforderte und im Koalitionsvertrag verankerte Rx-Versandverbot ab und hatte Mitte Dezember stattdessen gedeckelte Boni für ausländische Versandapotheken vorgeschlagen. Zugleich hatte er den Apothekern jährlich insgesamt 375 Millionen Euro mehr Geld in Aussicht gestellt. Spahns Plan stößt bei vielen Apothekern auf Ablehnung.

»Die vorgeschlagene Duldung von Bonuszahlungen an Versicherte durch ausländische Versender, wenn Kunden ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel dort bestellen, ist für uns in keiner Weise akzeptabel«, so Preis gestern. Mit einem solchen Schritt verabschiede man sich von einer zentralen heilberuflichen Säule der Freiberuflichkeit: dem einheitlichen Abgabepreis, der bei Apothekern die Funktion einer Honorarordnung innehabe, ähnlich wie bei Ärzten, Juristen oder Steuerberatern. Die Gleichpreisigkeit aufzugeben, schwäche letztlich die patientengerechte, flächendeckende Arzneimittelversorgung, warnte Preis. Bereits heute führten unfaire Wettbewerbsbedingungen zum Vorteil ausländischer Versender dazu, dass immer mehr Apotheken schließen müssten.

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