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Nussiges Braun oder strahlendes Blau

Straßburger Arzt ändert Augenfarben

Die Augen gelten als Spiegel der Seele. Doch was, wenn die Farbe dieses Spiegels nicht gefällt? In Straßburg ändert ein Arzt für mehrere Tausend Euro die Augenfarbe seiner Kunden - per Laser und Spatel. Experten finden das riskant.
dpa
08.10.2018
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Ein Straßburger Arzt ändert auf Wunsch seiner Patienten ihre Augenfarbe. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. 5900 Euro müssen Patienten zahlen, damit Francis Ferrari zum Laser greift. Wer sich dem Eingriff unterzieht, kann wählen zwischen «tropischem Grün», «nussigem Zimt-Braun» und «fesselndem Riviera-Blau».

«Das ist der Traum vieler Leute», sagt der 59 Jahre alte Augenchirurg Ferrari an einem Nachmittag in einer Pause zwischen zwei Kundengesprächen. Seit der ersten Testkandidatin im Dezember 2013 hat er den Eingriff nach eigenen Angaben bereits 140 Mal durchgeführt - bislang angeblich ohne jede Komplikation.

Doch wie ändert man Augenfarben? Ferrari greift dabei auf Lasertechnik zurück. Mit einem sogenannten Femtosekundenlaser schafft er innerhalb der Hornhaut des Auges einen Hohlraum - ringförmig mit einer Aussparung für die Pupille. Über zwei kleine Schnitte bringt Ferrari dann die gewünschten Pigmente in die Hornhaut ein und nutzt dafür einen kleinen sichelförmigen Spatel. Die Kunden bleiben wach, sie bekommen lediglich betäubende Augentropfen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde ist alles vorbei.

Farbwechsel ist unumkehrbar

Die beliebteste Farbe sei das helle Riviera-Blau, sagt Ferrari. 70 Prozent seiner Kunden seien Frauen.

Also warum wollen Menschen diese Veränderung überhaupt? Ein 37-jähriger Franzose, der seinen Namen nicht nennen mag, sitzt am Tag vor seinem Eingriff im Wartezimmer von Ferraris Praxis. Es sei der «Wunsch, ein Erscheinungsbild zu haben, das mehr zu der eigenen Vorstellung von sich selbst passt», erzählt er. Er will von braunen zu hellblauen Augen kommen - und einen «strahlenderen, faszinierenderen Blick» erlangen.

Deutsche Mediziner warnen vor Eingriffen wie diesem. Sie seien unumkehrbar, gibt Walter Sekundo, Direktor der Universität-Augenklinik Marburg, zu bedenken. Eine unmittelbare gesundheitliche Gefahr sieht der Experte in Ferraris Verfahren zwar nicht. Es sei jedoch schwer, ein Auge mit einer derart täowierten Hornhaut in späteren Jahren etwa auf Krankheiten wie etwa grauen Star zu untersuchen oder gar zu operieren. Martin Spitzer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist ebenfalls skeptisch. Es fehlten Langzeiterfahrungen zu der Technik sowie spezielle Sicherheitsstudien zu dem Farbstoff. «Ich würde aufgrund der nur sehr geringen Datenlage von dem Eingriff abraten», sagt er.

Noch gefährlicher sind den Medizinern zufolge weitere Techniken, um die Augenfarbe zu verändern. In Panama beispielsweise setzten Chirurgen Iris-Implantate ein, erzählt Sekundo. Dadurch könne grüner oder grauer Star entstehen oder Patienten könnten erblinden, warnt der Experte. /

Foto: Shutterstock/Victoria Shapiro

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