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Minister gesprächsbereit

Spahn steht zur flächendeckenden Versorgung

Mit einem klaren Bekenntnis zum Fremd- und Mehrbesitzverbot und zur flächendeckenden Arzneimittelversorgung ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Deutschen Apothekertag 2018 nach München gekommen. »Es wird keinen Fremd- und Mehrbesitz geben, solange ich Gesundheitsminister bin«, sagte Spahn unter Beifall.
Brigitte M. Gensthaler
10.10.2018
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Grundsätzlich und nachdrücklich trat er für die flächendeckende Versorgung ein. «Neben aller Digitalisierung brauchen wir Beständiges und Haltgebendes.« Dazu gehöre auch die Versorgung mit Arzt und Apotheker. Niemand gehe in eine Region ohne ärztliche Versorgung. Und das rote Apotheken-A sei für viele ein Stück Heimat. Das gelte nicht nur fürs Land, sondern auch für Stadtteile, sagte Spahn und verwies auf seinen Wohnort in Berlin. »Jeden Morgen, wenn ich losgehe, und jeden Abend, wenn ich heimkomme, denke ich an Sie.«

Diese Äußerung löste Beifall aus, doch Spahn wurde auch etwas konkreter. Heute sei die Flächendeckung noch relativ gut, denn 98 Prozent der Bürger könnten innerhalb von zehn Minuten eine Apotheke erreichen. »Diese Versorgung müssen wir sichern. Gute Erreichbarkeit und flächendeckende Versorgung bedeuten auch: Wie machen wir die Apotheke vor Ort stark?« Dazu gehört für Spahn die Frage der fairen Wettbewerbsbedingungen. »Mit dem Rx-Versandhandel ist es nicht fair«, sagte der Minister unter großem Beifall. »Das ist ein nicht haltbarer Zustand, den wir beenden wollen.«

Er wolle das im Koalitionsvertrag verankerte Versandhandelsverbot »in den Blick nehmen«. Und mit den Apothekern über viele Fragen ausführlich und zielgerichtet diskutieren. Es gehe darum, wie die Gesundheitsversorgung in Deutschland noch besser verfügbar wird, aber auch um Nacht- und Notdienst, Präventionsangebote und die Honorierung. Diese Diskussion will Spahn nicht auf die lange Bank schieben. »Ich möchte das bald regeln«. Er nannte einen Zeitraum von sechs bis sieben Monaten.

Mit Freude hörte das Auditorium, dass der Minister offen ist für Angebote der Apotheker zur Prävention und zur Unterstützung der Pflegenden. Auch Impfen in der Apotheke könne er sich gut vorstellen. »Das müssen wir sehr konkret angehen.«

Viel Gesprächsbedarf sieht Spahn auch beim Thema Digitalisierung. Wie er bereits beim Deutschen Ärztetag in Erfurt im Mai zur ärztlichen Fernberatung und -behandlung gesagt habe, gehe es für ihn darum, Veränderungen zu gestalten oder zu erleiden. »Ich möchte, dass wir dies gestalten.« Dann müsse man auch über Fernverschreibungen und Telepharmazie reden. Nach seiner Vorstellung soll es 2020/21 für jeden Versicherten eine elektronische Patientenakte geben. »Ein entscheidender Bestandteil ist das E-Rezept.« Den Medikationsplan auf Papier bezeichnete er als Ärgernis. Hier wolle er schnell mit den Apothekern eine Lösung entwickeln. »Dabei muss die freie Apothekenwahl erhalten bleiben. Das müssen wir sicherstellen.«

Spahn rief die Apotheker ausdrücklich zur Diskussion auf. Er wolle zu Ergebnissen und konkreten Veränderungen kommen und ein Paket fertigmachen, das er dem Gesetzgeber vorlegen könne. »Mit mir kann man streiten und sich ärgern, aber man kann auch ziemlich viel bewegen. Ich möchte die flächendeckende Versorgung sichern. Dazu muss man zu Veränderungen an den nötigen Stellen bereit sein.«

Foto: Infinitemarketing/Alois Müller

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