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Pinseln, Verätzen und Vereisen

So wird man Warzen wieder los

Warzen zählen zu den häufigsten viralen Hauterkrankungen. Um sie schnell wieder loszuwerden, sind recht radikale Methoden erforderlich. Beim Wochenendworkshop »Patient und Pharmazeutische Betreuung« informierte Apothekerin Christine Bender-Leitzig, worauf die Betroffenen in der Eigentherapie achten sollten.
Daniela Hüttemann
30.10.2018
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Die meisten Warzen der verhornten Haut werden von humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Es handelt sich um gutartige Wucherungen, die in der Regel einen selbstlimitierenden Verlauf haben – der allerdings Monate bis Jahre dauern kann, erklärte Bender-Leitzig. Zudem setzt dies ein kompetentes Immunsystem voraus. »Auch die Psyche spielt eine Rolle, sodass Rituale oder Homöopathika durchaus genutzt werden können, gerade bei Kindern«, so die Referentin. Denn vor allem Kinder und Jugendliche sowie Patienten mit Immunschwäche oder Neurodermitis sind von Warzen betroffen.

Die Viren werden von Mensch zu Mensch über direkten Kontakt oder unbelebte Vektoren wie Hautschuppen übertragen. Auch eine Selbstansteckung an bereits vorhandenen Warzen ist möglich, insbesondere dann, wenn sie manipuliert werden, etwa durch Anschneiden oder Abbinden.

Die häufigste Form sind die vulgären Warzen (Verrucae vulgares), auch Stachelwarzen genannt. Ebenfalls häufig sind die Verrucae plantares, zu denen die Fußsohlenwarzen, Dornwarzen und Mosaikwarzen gehören. Zudem gibt es noch Flachwarzen (Verrucae planae) und Pinselwarzen (Verrucae filiformes). Letztere werden manchmal mit Stielwarzen verwechselt. Das sind allerdings keine echten, viral bedingten Warzen, sondern gutartige Wucherungen des Bindegewebes, medizinisch korrekt als Fibrome bezeichnet (Fibromata pendulantes).

Treten die Warzen im Nagel- oder Augenbereich auf oder ist der Befall sehr stark, gehört die Therapie in ärztliche Hände. Vulgäre Warzen können ansonsten verätzt oder vereist werden. »Alle Behandlungsarten können die Infektion nicht heilen, sondern nur den Körper bei der Ausheilung unterstützen«, betonte die Referentin. Ablösen lassen sich vulgäre Warzen mit Salicylsäure-haltigen Präparaten als Pflaster oder Lösung, auch in Kombination mit Milchsäure, Essigsäure oder Fluorouracil. Letzteres ist verschreibungspflichtig (Verrumal®). Darüber hinaus gibt es stärker ätztende Präparate mit Chloressigsäure (Anwendung nur durch medizinisches Personal), Trichloressigsäure und Silbernitrat. »Wichtig ist, vor der Anwendung die gesunde Haut mit Fettcreme abzudecken und wirklich nur auf die betroffene Hautstelle aufzutragen«, betonte Bender-Leitzig. Bei Überdosierung drohen sonst vor allem bei den stark ätzenden Präparaten tiefe Wunden und Narben. Vor jedem erneuten Auftragen sollte die abgestorbene Haut sanft abgerubbelt werden, am besten mit einem Rosenholzstäbchen und keinesfalls immer wieder mit demselben Bimsstein (Gefahr der Reinfektion).

Für die Selbstmedikation gibt es darüber hinaus Dimethylether-Propan-Gemische, die Temperaturen von bis zu -50 °C erreichen. »Dabei bildet sich unter der Warze eine Blase, auf der die Warze aufschwimmt und nach einigen Tagen abfällt«, erklärte die Apothekerin. Die Blase darf nicht aufgestochen werden – »besser ein Pflaster drauf«, empfahl Bender-Leitzig. »Die Prozedur ist durchaus schmerzhaft und für Kinder unter vier Jahren nicht geeignet, zumal man es 20 Sekunden und länger aushalten muss.« Auch bei sehr kleinen Warzen wie Pinselwarzen ist die Anwendung schwierig. 

Auch Feigwarzen im Genitalbereich (Condylomata acuminata) gehören zu den HPV-ausgelösten Warzen. Sie gehören immer sofort in ärztliche Behandlung, da der Verlauf nicht selbstlimitierend ist, sie sich schnell vermehren und Entartungspotenzial haben. Sie dürfen nicht in Eigenregie verätzt oder vereist werden. Nur bei geringem Befall kommt eine lokale medikamentöse Therapie in Betracht. Wichtig sind hier die völlig unterschiedlichen Anwendungszeitpunkte: Imiquimod (Aldara®) wird an insgesamt drei Tagen über die Woche verteilt zur Nacht aufgetragen und morgens abgewaschen. Sinecatechine aus Grün-Tee-Extrakt (Veregen®) werden dreimal täglich appliziert. Podophyllotoxin (Wartec® Creme und Condylox® Lösung) wird zweimal täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit anschließender viertägiger Pause aufgetragen (bis zu vier Zyklen).

Schließlich gibt es noch Dellwarzen (Mollusca contagiosa), die von Poxviren ausgelöst werden. Diese stecknadel- bis erbsengroßen Knötchen sondern auf Druck aus der Delle in der Mitte das sogenannte Molluscum-Körperchen ab. Diese Warzenform ist stark ansteckend und kann sich bei Kindern mit Neurodermitis auf dem ganzen Körper ausbreiten. »Das liegt an der defekten Hautbarriere«, so Bender-Leitzig. Die Kinder sollten daher zweimal täglich am ganzen Körper eingecremt werden. »Das kann die Warzenbehandlung verkürzen.« Die Eltern brauchen dazu keine Handschuhe zu tragen, da sie in der Regel immun sind. Die Warzen selbst können mit Polyvidon-Iod oder Octenidin desinfiziert werden. Mit Infectodell® steht ein rezeptfreies Medizinprodukt zur Verätzung zur Verfügung, allerdings sollten Eltern dieses nur in der Selbstmedikation anwenden, wenn die Kinder wirklich stillhalten. Vereisen gehört bei Dellwarzen in ärztliche Hände. Der Dermatologe kann die Warzen auch chirurgisch oder per Laser entfernen.

Fotos: Your Photo Today, Infinitemarketing/Daniela Hüttemann

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