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Alzheimer-Pathogenese

Ohne TREM2-Protein kein Plaque-Abbau

Mutationen des Gens TREM2 können das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erheblich erhöhen. Dies gilt vor allem im frühen Krankheitsstadium. Denn TREM2 aktiviert in seiner normalen Funktion Immunzellen des Gehirns, die toxische Ablagerungen beseitigen. 
Brigitte M. Gensthaler
10.01.2019
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Spezialisierte Immunzellen, die sogenannten Mikroglia, schützen das Gehirn, indem sie es von toxischen Ablagerungen (Plaques) reinigen. TREM2 (Triggering Receptor Expressed on Myeloid Cells 2) ist ein zentraler Schalter bei der Aktivierung dieser Zellen und damit ein potenzielles Zielmolekül für neue therapeutische Ansätze. In einer in der Zeitschrift »Nature Neuroscience« veröffentlichten Studie untersuchten Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München den genauen Krankheitsverlauf bei Mäusen mit und ohne funktionstüchtigem TREM2-Gen.

Früh im Krankheitsverlauf sammelten sich bei Mäusen mit intaktem TREM2 Mikroglia um kleine Plaques und verhinderten so, dass diese sich vergrößern oder ausbreiten. »Wir konnten zeigen, dass Mikroglia gezielt von Amyloid-Plaques angezogen werden. Sie umzingeln einzelne Plaques und zerlegen diese dann Stück für Stück«, erklärt Studienleiter Professor Dr. Christian Haass, Sprecher des Münchener Standorts des DZNE, in einer Pressemeldung des Zentrums. Fehlte den Mäusen das TREM2-Protein, konnten die Mikroglia diese wichtige Aufgabe nicht korrekt ausführen. Eine therapeutische Aktivierung von TREM2 im frühen Krankheitsstadium könnte demnach helfen, der Bildung von Amyloid-beta-Proteinaggregaten entgegenzuwirken.

Der Haken daran: Während TREM2-Protein im frühen Krankheitsstadium die Plaquebildung aufhält, scheint das Molekül in einem späteren Stadium entgegengesetzt zu wirken. Dann wuchsen die Amyloid-Plaques bei Mäusen mit TREM2 schneller als bei Nagern ohne das Protein.  Denn TREM2 sorge in den Mikroglia für die Produktion von Plaque-assoziiertem Apolipoprotein E (ApoE), das die Aggregatbildung verstärkt. »In Zukunft wird es wichtig sein, dass man die Krankheit stadienspezifisch behandelt«, folgert Haass. Eine Aktivierung der Mikroglia wäre eine Strategie in einer frühen Phase. Die Wissenschaftler arbeiten bereits an der Entwicklung von Antikörpern, die TREM2 stabilisieren.

DOI: 10.1038/s41593-018-0296-9

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