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Lebensmittelallergien

Jede zweite Eigendiagnose ist falsch

In den USA glaubt jeder Fünfte, er leide unter einer Lebensmittelallergie. Tatsächlich ist es aber nur jeder Zehnte, so das Ergebnis einer neuen Studie.
Daniela Hüttemann
07.01.2019
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Personen, die bei sich eine Nahrungsmittelallergie vermuten, sollten sich von einem Arzt testen lassen, statt bestimmte Lebensmittel in Eigenregie lebenslang aus ihrer Ernährung zu verdammen, raten die Autoren um den Kinderarzt Professor Dr. Ruchi S. Gupta vom Ann & Robert H. Lurie Childrens's Hospital Chicago und der Northwestern University im Fachjournal »JAMA Network Open«. Im Fall einer echten Allergie bräuchten Betroffene eine entsprechende Schulung, um Anaphylaxie-Symptome rechtzeitig zu erkennen und Noradrenalin-Injektoren korrekt anzuwenden.

Für ihre Studie werteten die Forscher Umfragedaten von mehr als 40.000 erwachsenen US-Amerikanern aus. 19,0 Prozent glaubten, sie litten unter einer Lebensmittelallergie, doch stimmten die angegebenen Symptome häufig nicht mit den Kriterien für eine echte allergische Reaktion überein. Nur bei 10,8 Prozent lagen überzeugende Hinweise vor. Doch auch bei diesen hatte nur rund die Hälfte eine ärztliche Diagnose.

51,1 Prozent der »echten« Allergiker hatten bereits einmal eine schwere Immunreaktion erlebt. 38 Prozent der Befragten hatten mindestens einmal in ihrem Leben die Notaufnahme aufgrund einer Reaktion auf Lebensmittel aufgesucht. Bei jedem Vierten lag eine aktuelle Noradrenalin-Verordnung vor. 

Als häufigste Allergene wurden Schalentiere (2,9 Prozent), Milch (1,9 Prozent), Erdnüsse (1,8 Prozent), echte Nüsse (1,2 Prozent) und Fisch (0,9 Prozent) genannt gefolgt von Eiern, Weizen, Soja und Sesam. 45,3 Prozent waren gegen mehrere Lebensmittel allergisch.

Ein überraschendes Ergebnis: Bei jedem zweiten hatte sich die Allergie erst im Erwachsenenalter entwickelt. »Wir waren überrascht, dass dies so häufig ist«, so Gupta. Mehr Forschung sei nötig, um zu verstehen, warum dies passiert und wie es sich verhindern lässt. 

Als Anzeichen einer Allergie werteten die Forscher Symptome wie Urtikaria, Schwellungen, Schluckschwierigkeiten, Engegefühl im Hals oder der Brust, Atembeschwerden, Keuchen, Erbrechen sowie Brustschmerzen, erhöhte Herzschlagfrequenz, Hypotonie und Ohnmacht nach Konsum bestimmter Lebensmittel. Symptome wie Durchfall und Bauchkrämpfe ordneten die Forscher dagegen eher einer Intoleranz zu.

DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5630

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