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Deutscher Apothekertag 2018

Fast 200 Anträge

Von Daniel Rücker / Auf die Delegierten des Deutschen Apothekertages in München kommt in diesem Jahr viel Arbeit zu. Knapp 200 Anträge müssen diskutiert, angenommen oder abgelehnt werden. Unterteilt werden die Anträge in die Oberthemen Sicherstellung der Versorgung, Pharmazeutische Kompetenz, Digitalisierung, Rahmenbedingungen der Berufsausübung und Berufsständische Organisation.
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Die Anträge der Apothekerkammern und Verbände sowie der ABDA, dem Deutschen Apothekerverband und der Bundesapothekerkammer wurden in sieben thematische Leitanträge aufgeteilt. Beim ersten Leitantrag geht es um die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung mit dem Anspruch, die europäische Arzneimittelindustrie zu stärken. Im zweiten Leitantrag stehen die pharmazeutische Kompetenz sowie der Rechtsanspruch von Patienten auf mehr Arzneimittel und Therapiesicherheit im Fokus.

Im dritten Leitantrag steht die Digitalisierung im Mittelpunkt. Dazu gehören auch die Themen Telematik-Infrastruktur und die Ausstattung der öffentlichen Apotheken mit den entsprechenden Komponenten. Beim Deutschen Apothekertag im vergangenen Jahr in Düsseldorf war die Digitalisierung eher ein Randthema. In diesem Jahr dürfte sich dies ändern. Mit Blick auf das E-Rezept werden die digitalen Themen im Plenarsaal deutlich mehr Raum einnehmen.

Im vierten Leitantrag geht es maßgeblich um die Rahmenbedingungen der Berufsausübung. Im Mittelpunkt stehen hier unter anderem die Stärkung der Freiberuflichkeit von Apothekern und Ärzten, die Arzneimittelpreisverordnung und die Gleichpreisigkeit.

Besonders hoch hergehen könnte es bei den Anträgen, die unter dem fünften Leitantrag subsumiert werden. Denn in dieser Kategorie soll das heftig umstrittene 2HM-Gutachten bewertet und diskutiert werden. Hier gab es im Berufsstand durchaus heftige Kontroversen, wie offensiv die Apotheker mit den Ergebnissen des Gutachtens umgehen wollen.

Zu den spannenden Anträgen gehört auch der DAT-Antrag, in dem es um ein Thema geht, das den Apothekern erheblich unter den Nägeln brennt: die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung über eine Stärkung der europäischen Standorte für die Arzneimittelherstellung. Die Bundesregierung soll alle notwendigen Ausgangsstoffe für lebensnotwendige Arzneimittel und Impfstoffe in ausreichender Menge in Notfalldepots vorrätig halten, heißt es in dem Antrag. Darüber hinaus will der Apothekerverband Nordrhein als Antragssteller die Krankenkassen und Krankenversicherungen dazu bewegen, beim Abschluss von ­Rabattverträgen auf ­Fertigarzneimittel aus europäischer Produktion zurückzugreifen. Ähnliche Anträge gibt es auch von der Landesapothekerkammer Hessen, der Apothekerkammer Westfalen-Lippe und dem LAV Baden-Württemberg.

Eine große Zahl von Anträgen widmet sich der Gleichpreisigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Sie stammen von der ABDA, verschieden Apothekerkammern und -verbänden. Dabei geht ist in allen Fällen um die Reduktion des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf das europarechtliche Maß. In der Begründung des Antrages argumentieren die ABDA und die Mitgliedsorganisationen, die Gewährung von Boni und Rabatten auf Rx-Arzneimittel widerspreche den Verabredungen im Koalitionsvertrag. Die Ungleichbehandlung von ausländischen Versandapotheken und stationären Apotheken sei nicht hinnehmbar. Sie ­gefährde die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln. Es zeichne sich immer deutlicher ab, dass der Arzneimittelversandhandel immer mehr Marktanteile zum Nachteil der öffentlichen Apotheken hinzugewinne.

Spahn kommt

Ebenfalls erwartungsgemäß ist die Häufung von Anträgen, Lieferengpässe zu vermeiden. Diese sind beim DAT immer ein wichtiges Thema. Antragssteller sind dabei unter anderem der LAV ­Baden-Württemberg mit dem DAV-­Vorsitzenden Fritz Becker und der Apothekerverband Brandenburg sowie die Apothekerkammern Nordrhein und Sachsen-Anhalt. Begründet werden die Anträge auch mit der kontinuierlichen Zunahme von Engpässen, die sich mittlerweile auf immer mehr Arzneimittel ausgedehnt hat und inzwischen sogar Notfallarzneimittel betrifft. Die Apotheker fordern deshalb, dass sich die Bundesregierung mit dem Thema beschäftigen und unverzüglich eine bedarfsgerechte Bereitstellung notwendiger Arzneimittel vornehmen soll.

Der Deutsche Apothekertag folgt einer klaren Dramaturgie. Den Startschuss für die Veranstaltung gibt ­ABDA-Präsident Friedemann Schmidt am 10. Oktober in der Messe München. Im Anschluss daran folgt der Bericht des Hauptgeschäftsführers Sebastian Schmitz, gefolgt von der Diskussion des Berichtes und der Antragsberatung. In diesem Jahr weicht die ABDA jedoch ein Stück von der bisherigen Dramaturgie ab. Das liegt daran, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein Kommen angekündigt hat. Er kommt nach aktuellem Stand auch nicht zur Stippvisite, sondern er kommt, um eine ganze Weile zu bleiben. Schon vor Beginn der Veranstaltung deutete vieles Darauf hin, dass es der Minister nicht bei Grußworten belassen, sondern ins Grundsätzliche gehen würde. Was er in München im Detail mit den Apothekern besprechen will, bleibt aber bis zu dem Vortrag des Ministers Geheimnis. /

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