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Suchtprävention

Einstieg bei Kindern immer früher

Wie können Kinder vor einer Sucht besser geschützt werden? Darüber beraten Sozialarbeiter und Pädagogen im Vogtlandkreis. Sorgen macht der immer frühere Einstieg von Mädchen und Jungen.
dpa
07.11.2018
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Schon der Griff zum Smartphone kann für Kinder zum Problem werden – wenn das Gerät im Alltag einen zu großen Raum einnimmt. »Wir beobachten veränderte Einstiege in die Sucht, oftmals stehen am Anfang legale, überall verfügbare Dinge«, sagt Petra Thoß vom Kinder- und Jugendschutz des Vogtlandkreises. Dazu zählten neben klassischen Zigaretten auch Wasserpfeifen oder E-Zigaretten.

Im sächsischen Lengenfeld beraten heute Sozialarbeiter und Pädagogen aus dem Vogtland und Tschechien, wie man das Problem in den Griff bekommen kann. Petra Thoß hofft darauf, dass verschiedene Sichtweisen offen diskutiert werden.

Nach dem Bericht der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren in Dresden für 2017 ist der Umgang mit Alkohol seit Langem bei einem Bevölkerungsanteil von rund 20 Prozent problematisch. »Alkohol verursacht insbesondere auch in Sachsen erhebliche gesundheitliche Schäden«, heißt es. Die Fallzahlen von Kindern und Jugendlichen mit Alkoholvergiftungen, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten, ist gestiegen: 2016 in Sachsen auf einen Höchststand von 745 Betroffenen.

Der Behandlungsbedarf von Cannabis-bezogenen Störungen wuchs zwischen 2013 und 2017 um 70 Prozent, teilte die Landesstelle weiter mit. In Westsachsen brauchen besonders viele Menschen Hilfe beim Kampf gegen die synthetische Droge Crystal Meth: Der sächsische Durchschnitt liegt bei 111 Betroffenen pro 100.000 Einwohner – im Vogtlandkreis gemessen an der Bevölkerungszahl weit über 150.

Thoß zufolge beobachten Experten einen Einstieg in eine Form von Sucht mittlerweile teils schon ab der 2. Klasse – bisher lag das klassische Betreuungsalter eher zwischen 14 und 18 Jahren. »Es entwickeln sich oft vielschichtige Suchtbilder.«

Deshalb habe sich auch die Suchtprävention in den vergangenen Jahren verändert, berichtet Thoß: Früher setzte man auf Abschreckung und vermittelte detailliert Wissen über die Mittel und ihre Wirkungsweise. Heute stehe im Vordergrund, mit den jungen Leuten ein positives Lebenskonzept zu entwickeln. »Wir wollen ihre Kompetenzen stärken, über Vorbilder wirken, Alternativen zeigen«, sagt Thoß. Dazu zählten auch Projektangebote, etwa Buchlesungen, Sport oder gemeinsames Kochen.

Foto: iStock/AlexanderNovikov

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