Infinitemarketing online
DPhG-Tagung

Weiter Weg zu personalisierter Therapie

12.10.2010
Datenschutz bei der Infinitemarketing

Von Daniela Biermann und Brigitte M. Gensthaler, Braunschweig / Personalisierte Therapeutika – Traum oder Realität? Diese Frage stellte die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) bei ihrer Jahrestagung in Braunschweig vergangene Woche. Der Trend zur individualisierten Therapie ist unverkennbar. Aber die Verfahren stecken noch in den Kinderschuhen.

»Mit der drohenden demografischen Katastrophe wird unser Gesundheitssystem so nicht weiter funktionieren«, stellte Professor Dr. Heyo Kroemer, Universität Greifswald, fest. »Wir brauchen eine höhere Effektivität bei geringeren Kosten.« Die individualisierte Therapie spielt dabei eine wichtige Rolle. Es fehle jedoch noch an Referenzwerten. Die Wissenschaftler müssten zunächst herausfinden, was die Normalbevölkerung ausmacht.

Dazu stellte Kroemer zwei laufende Projekte vor: In der »Study of Health in Pomerania« nehmen rund 10 000 Menschen im Alter von 20 bis 79 Jahren teil. Die aus medizinischen Tests und Ganzkörper-MRT ermittel­ten Phänotypen sollen dann mit Ge­no­typen aus genomweiten Analysen und Laborwerten kombiniert werden, um Risikofaktoren, Prävalenz und Inzidenz von Erkrankungen besser zu verstehen. Im GANI-MED-Projekt sollen dagegen bestehende Routine­daten aus Krankenhäusern mittels einer großen Biobank gesichtet werden.

 

Die Bedeutung genomweiter Studien betonte auch Professor Dr. Howard McLeod, University of North Carolina, USA. Er warnte aber vor zu großen Hoffnungen: »Das Genom zu kennen, ist in bestimmten Fällen nützlich, aber oft nicht DIE Antwort.« Forscher müssten die richtigen Fragen stellen. Liegt überhaupt ein genetisches Problem vor? Wie groß ist der Einfluss der Gene? Lohnt sich ein Screening?

 

»Die Technologie ist da, wir wissen nur noch nicht, was wir mit den Ergebnissen machen sollen«, so McLeod. Bisher sei zu viel an einzelnen Genen geforscht worden. Der Gesamtüberblick fehle und auch an der Anwendung publizierten Wissens hapere es. »Wir wissen derzeit kaum, wie unsere Arzneimittel wirken, die Toxikologie ist unvorhersagbar«, so der Apotheker. »Der Durchschnitt hilft dem einzelnen Patienten nicht.« In McLeods Muttersprache: »Because everybody’s therapy is not your body’s therapy.«

 

Mathematische Modelle

 

Einen Einblick in das junge Forschungsgebiet der Systembiologie gab Professor Dr. Rudi Balling vom Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB). Bislang sei kaum bekannt, welche Mechanismen die Robustheit oder Verletzlichkeit von Zellen steuern und wie intra- und interzelluläre Signalwege im Detail ablaufen. Hier sieht Balling einen wichtigen Ansatz für die Systembiologie; dieser Zweig der Biowissenschaften versucht, biologische Organismen in ihrer Gesamtheit zu verstehen und am Computer darzustellen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler mathematische Modelle, die hochkomplexe Abläufe in lebenden Organismen simulieren. Beispiele sind die Funktionsweise von Rezeptoren, Abläufe im Zentralnervensystem und die Homöostase in biologischen Systemen. Solche Modelle könnten zum Verständnis der Pathogenese und der Arzneistoffwirkung beim Patienten beitragen. Dieses Gebiet sei so zukunftsträchtig, dass angehende Apotheker und Biologen schon im Studium mathematische Modelle und Grundlagen der Systembiologie erlernen sollten, forderte Balling.

 

Eine ganz andere Art der individualisierten Therapie betrachtete Professor Dr. Edzard Ernst, University of Exeter, Großbritannien. Der frühere Homöopath setzt sich kritisch mit der Komplementärmedizin auseinander. Aufgrund der Individualisierung in der Homöopathie könne ihre Wirksamkeit nicht mit kontrollierten Studien überprüft werden, so ein häufiges Argument ihrer Befürworter. Dem widerspricht Ernst jedoch. Es sei durchaus möglich, die Wirksamkeit solcher Therapien wissenschaftlich zu prüfen. Zum Beispiel könnten alle Patienten mit einer bestimmten Krankheit wie Asthma homoöpathisch beraten werden, inklusive individueller Rezeptur. Dann bekommt ein Teil die Homöopathika, der andere Teil Placebo.

 

Das Urteil zahlreicher systematischer Übersichtsarbeiten fällt eindeutig und vernichtend aus: Homöopathie, Bachblüten- und Aromatherapie wirken nicht besser als Placebo. Ernst kritisierte den Einsatz solcher Therapien als unethisch und unberechenbar. / 

Mehr von Avoxa

cialis-viagra.com.ua

pharmacy24.com.ua/dapoksetin-prodlenie-akta/dapoksetin-30-mg/

www.ford.niko.ua/cars/new-kuga/