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Aspirin

Neue Formulierung mit schnellerem Wirkeintritt versus Klassiker

29.07.2014
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Von Michael Völker1, Mike Hammer2, Stephen A. Cooper3 und Uwe Gessner4 / Eine Neuformulierung der 500 mg Aspirin Tablette mit mikronisierter Acetylsalicylsäure (ASS) und Natriumcarbonat als aktivem Zerfallsbeschleuniger wurde sowohl in einer präklinischen Dissolutionsstudie als auch in klinischen Studien zur Pharmakokinetik und Wirksamkeit geprüft (1, 2). Im Vergleich zur bisherigen Tabletten­formulierung kommt es unter der neuen Formulierung zu einem schnelleren Eintritt der schmerzlindernden Wirkung bei gleichbleibender Wirkdauer und Wirkstärke sowie unverändertem Nebenwirkungsprofil.

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In der Rubrik Originalia werden wissen­schaftliche Untersuchungen und Studien veröffentlicht. Eingereichte Beiträge sollten in der Regel den Umfang von vier Druckseiten nicht überschreiten und per E-Mail geschickt werden. Die Infinitemarketing behält sich vor, eingereichte Manuskripte abzulehnen. Die veröffentlichten Beiträge geben nicht grundsätzlich die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Die Selbstbehandlung akuter Schmerzen von leichter bis mittlerer Intensität mit rezeptfreien Schmerzmitteln ist gängige Praxis in der Allgemeinbevölkerung. Das vorrangige Interesse der Patienten richtet sich dabei auf einen schnellen Wirkungseintritt, lang anhaltende Wirkung und effiziente Schmerzlinderung.

 

Bei einer pharmazeutischen Neuformulierung von Schmerztabletten besteht unter anderem ein Ziel darin, die Wirksamkeit des Produkts zu verbessern. Dies kann sowohl über eine verbesserte Löslichkeit im Magen-Darm-Trakt und auch über eine schnellere Aufnahme des Wirkstoffs in den Blutkreislauf erreicht werden, die wiederum zu einem beschleunigten Wirkeintritt bei akuten Schmerzen führen können (3).

 

Aufgrund der besonderen pharmakologischen Eigenschaften von ASS (4) zeigt der Wirkstoff bei einem pH über 5 eine hohe Löslichkeit, aber reduzierte Resorption durch lipidhaltige Membranen und bei einem pH unter 2 entgegengesetzte Charakteristika. Daher kommt der Formulierung von ASS als Tablette eine besondere Bedeutung zu. Deren Eigenschaften wurden zunächst in einer präklinischen Dissolutionsstudie bei drei unterschiedlichen pH-Werten und in klinischen Pharmakokinetik-Studien getestet.

Um auf Grundlage dieser Ergebnisse den Wirkeintritt der Neuformulierung zu bestimmen, wurde ein etabliertes Modell zur Messung der klinischen Wirksamkeit bei akuten Schmerzen gewählt (5, 6). Patienten mit mittelstarken bis starken Schmerzen nach Weisheitszahnextraktion erhielten jeweils zwei Tabletten (1000 mg ASS) der neuen Formulierung mit schnellerer Wirkstofffreisetzung oder der bisherigen Formulierung, um zu untersuchen, ob die pharmazeutischen und pharmakokinetischen Eigenschaften der Neuformulierung zu einer schnelleren Schmerzreduktion führen.

 

Methodik

 

  • Studie zur In-vitro Dissolution

Gemäß den pharmazeutischen Vorgaben zur Durchführung von Löslichkeitsstudien von ASS-Tabletten wurden 500 mg der bisherigen und der neuen Formulierung untersucht. Nach vorheriger Kalibrierung des Messsystems (Cary Model 50 Spektrophotometer) wurde der Anteil des gelösten Wirkstoffs im Lösungsmedium bei unterschiedlichen pH-Werten bestimmt (pH 1,2, pH 4,5 und pH 6,8). Die Messung erfolgte dabei jeweils nach 1, 3, 6, 15 und 30 Minuten. Zwölf Testreihen wurden durchgeführt und der durchschnittliche prozentuale Anteil des gelösten Wirkstoffs sowie die Standardabweichung bestimmt.

 

  • Pharmakokinetische Studien

In randomisierten offenen Studien, in denen alle Teilnehmer jeweils eine Tablette mit jeweils 500 mg ASS der bisherigen Formulierung und der Neuformulierung im Crossover-Verfahren erhielten, wurden die Plasmakonzentrationen von ASS und Salicylsäure bestimmt. Die Blutentnahme erfolgte jeweils vor Einnahme der Tablette (Zeitpunkt 0) und nach 5, 7.5, 10, 12.5, 15, 17.5, 20, 22.5, 25, 30, 35, 40, 45, 50 und 55 Minuten sowie nach 1, 1.25, 1.5, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 12, und 24 Stunden. Zwischen den verschiedenen Medikationen bestand für jeden Teilnehmer eine siebentägige Auswaschphase. Neben Messung der Plasmakonzentrationen von ASS und Salicylsäure erfolgte die Bestimmung der Flächen unter den Konzentrations-Zeit-Kurven (AUC) vom Zeitpunkt 0 bis zum Zeitpunkt der letzten messbaren Konzentration (AUC0-t) und bis zur extrapolierten Unendlichkeit (AUC0-∞). Außerdem wurden die maximale Plasmakonzentration (Cmax), die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (tmax) und die Halbwertszeit (t1/2) berechnet*.

 

  • Klinische Studien zur Schmerzreduktion

Die analgetische Wirkung einer Einmaldosis von 1000 mg Acetylsalicylsäure der neuen im Vergleich zur bisherigen Formulierung oder Placebo wurde in einer randomisierten doppelblinden Studie an Patienten mit postoperativen Schmerzen geprüft**. Die Randomisierung der Studiengruppen erfolgte im Verhältnis 2:2:1 (aktive Wirkstoffe zu Placebo). Bei den Patienten wurden partiell oder vollständig impaktierte Weisheitszähne entfernt.

 

Patienten, die innerhalb von ein bis vier Stunden nach dem Eingriff über mittelstarke bis starke postoperative Schmerzen klagten und einen Schmerzwert von ¹ 5 auf einer 11-Punkte-Skala (mit 0 = keine Schmerzen bis 10 = sehr starke Schmerzen) angaben, wurden in die Studie aufgenommen. Nach Einnahme der Studienmedikation erhielten die Teilnehmer jeweils zwei Stoppuhren. Die erste Stoppuhr sollte beim Eintritt der ersten wahrnehmbaren Schmerzreduktion angehalten werden und die zweite bei Beginn einer deutlich spürbaren Schmerzreduktion. Gleichzeitig dokumentierten die Patienten Schmerzintensität und Schmerzlinderung 10, 20, 30, 40, 50 und 60 Minuten sowie 2, 3, 4, 5 und 6 Stunden nach Einnahme der Medikation.

 

Die Schmerzintensität wurde anhand einer 4-Punkte Skala (0 = kein Schmerz, 1 = leichte Schmerzen, 2 = mittelstarke Schmerzen und 3 = starke Schmerzen) und die Schmerzreduktion mithilfe einer 5-Punkte Skala (0 = keine Linderung, 1 = ein wenig Linderung, 2 = etwas Linderung, 3 = starke Linderung und 4 = völlige Linderung) erfasst. Zum letzten Messzeitpunkt (sechs Stunden nach Medikamenteneinnahme) oder bei anhaltenden Schmerzen zum Zeitpunkt der Einnahme eines »Notfallmedikaments« (500 mg Paracetamol plus 5 mg Hydrocodon) gaben die Patienten eine Gesamtbewertung der Wirksamkeit der Studienmedikation ab (0 = schwach, 1 = ausreichend, 2 = gut, 3 = sehr gut und 4 = hervorragend).

 

Zielkriterien waren die Zeitspannen bis zum Auftreten der ersten wahrnehmbaren Schmerzreduktion und bis zur deutlich spürbaren Schmerzreduktion. Ferner die summierten Differenzen der Schmerzintensität im Vergleich zum Basiswert (SPID = summed pain intensity differences), totale Schmerzreduktion (TOTPAR = total pain relief) und die allgemeine Bewertung. Unerwünschte Ereignisse wurden während des gesamten Beobachtungszeitraums erhoben.

 

Ergebnisse

 

  • Studie zur In-vitro-Dissolution

Der Anteil von gelöster ASS aus der neuen Formulierung betrug in den auf unterschiedliche pH-Werte gepufferten Lösungen nach 15 Minuten 92,5 Prozent (pH 1,2), 98,8 Prozent (pH 4,5) beziehungsweise 100,9 Prozent (pH 6,8). Die entsprechenden Werte für die bisherige Tablettenformulierung waren zum gleichen Zeitpunkt 47,6 Prozent, 78,9 Prozent beziehungsweise. 82,8 Prozent. Abbildung 1 zeigt den prozentualen Anteil der gelösten ASS für beide Formulierungen in Abhängigkeit vom pH-Wert. Die Löslichkeitsrate unterliegt dem Einfluss des pH-Werts mit einer geringeren Löslichkeit von ASS bei niedrigerem pH-Wert. Insgesamt zeigt sich für die neue Formulierung bei allen drei pH-Werten eine deutlich schnellere Freisetzung und damit Auflösung des Wirkstoffs. Selbst bei pH 1,2, bei dem sich ASS schlecht löst, sind bereits nach sechs Minuten über 80 Prozent des Wirkstoffs aus der neuen Tablette im Vergleich zu 18 Prozent aus der bisherigen Formulierung freigesetzt.

 

  • Pharmakokinetische Studien

In diesen Studien wurden 30 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 33,5 Jahren, einem Durchschnittsgewicht von 72,4 kg und einer durchschnittlichen Körpergröße von 166,6 cm aufgenommen. Von den 30 randomisierten Teilnehmern (17 männlich, 13 weiblich) schlossen 26 die Untersuchung ab.

 

Die durchschnittlichen maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) für ASS und Salicylsäure waren unter der neuen Formulierung höher als unter der bisherigen Formulierung (13,8 µg/ml versus 4,4 µg/ml für ASS und 35,1 µg/ml versus 27,0 µg/ml für Salicylsäure). Die totalen Absorptionsraten auf Grundlage der Werte von AUC0-t und AUC0-∞ waren für beide Formulierungen vergleichbar. Der mittlere Wert für die Zeit bis zum Erreichen von Cmax betrug für ASS 17,5 Minuten und für Salicylsäure 45,0 Minuten bei der neuen Aspirin Tablette beziehungsweise 45,0 und 180 Minuten bei der bisherigen Tablette. Die maximalen Plasmakonzentrationen von ASS wurden somit bei der neuen Formulierung 2,5-mal schneller, die von Salicylsäure viermal schneller erreicht als mit der bisherigen Tablette. Die Werte für alle bestimmten Parameter zeigt Tabelle 1.

 

  • Klinische Studie zur Schmerzreduktion

Insgesamt erhielten 514 Patienten die Studienmedikation, von denen alle in die Wirksamkeitsanalyse eingeschlossen wurden (intent-to-treat population). Zwischen den Behandlungsgruppen gab es keine Unterschiede im Hinblick auf demographische Eigenschaften oder den Ausgangswert der postoperativen Schmerzintensität, der im Mittel 6,6 auf der 11-Punkte-Skala betrug. Ungefähr 80 Prozent der Studienteilnehmer beschrieben die Schmerz­intensität vor Einnahme der Studienmedikation als mittelstark und 20 Prozent als stark.

 

  • Wirksamkeit im Vergleich zum Klassiker und Placebo

In der statistischen Analyse der Zeit bis zur ersten wahrnehmbaren Schmerzreduktion (Abbildung 2) wie auch der Zeit bis zur deutlich spürbaren Schmerzreduktion (Abbildung 3) zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den beiden Aspirin-Gruppen (p < 0,05). Die Mediane betrugen unter der neuen Aspirin Tablette 16,3 Minuten und unter der bisherigen Tablette 20,0 Minuten beziehungsweise für die Zeit bis zur deutlich spürbaren Schmerzreduktion 49,4 Minuten und 99,2 Minuten. Somit führte die neue Aspirin Tablette zu einer doppelt so schnellen deutlich spürbaren Schmerzlinderung im Vergleich zur bisherigen Tablette. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen mit aktivem Wirkstoff und Placebo waren signifikant (p < 0,001).

 

In Übereinstimmung mit diesen Ergebnissen zeigten die Werte für SPID und TOTPAR eine bessere Wirksamkeit der neuen gegenüber der bisherigen Aspirin Tablette und Placebo. Die Messwerte nach zwei Stunden waren für beide Zielkriterien (Differenz der Schmerzintensität und totale Schmerzreduktion) bei der neuen Formulierung signifikant höher als bei der bisherigen. Zu späteren Messzeitpunkten nach vier und sechs Stunden zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Aspirin-Gruppen. Beide waren weiterhin jeweils signifikant besser als Placebo (siehe Tabelle 2).

 

  • Verträglichkeit

Insgesamt wurden bei 38 (18,4 Prozent) Patienten, die mit der neuen Tablette behandelt worden waren, unerwünschte Ereignisse festgestellt. Die Häufigkeit in der Gruppe mit der bisherigen Tablette betrug 15,3 Prozent (31 Patienten) und 21,9 Prozent (23 Patienten) unter Placebo. Gastrointestinale Beschwerden traten mit einer Häufigkeit zwischen 4 und 8 Prozent auf (neue Aspirin Tablette 4,9 Prozent, bisherige Aspirin Tablette 3,9 Prozent und Placebo 7,6 Prozent). Tabelle 3 bietet eine Übersicht der Häufigkeiten unerwünschter Ereignisse. Schwerwiegende Ereignisse wie zum Beispiel Blutungen wurden nicht beobachtet.

 

Diskussion und Schluss­folgerungen

 

Die Ergebnisse der hier dargestellten Studien zeigen, dass aufgrund der verbesserten Löslichkeit der neuen Aspirin-Formulierung eine schnellere Resorption von ASS erreicht wird, die unabhängig von der Dosierung (2) zu einer doppelt so schnellen deutlich spürbaren Schmerzlinderung und einem schnelleren Wirkeintritt im Vergleich zur bisherigen Formulierung führt.

 

Nach Definition der Europäischen Medicines Agency EMA gilt ein Medikament als sehr schnell löslich, wenn über 85 Prozent des Wirkstoffes in weniger als 15 Minuten gelöst sind (7). Als schwache Säure liegt ASS bei einem niedrigen pH-Wert, wie es im sauren Milieu des Magens vorherrscht, in neutraler Form vor mit einer deutlich geringeren Löslichkeit im Vergleich zur ionisierten Form, deren Anteil mit steigendem pH-Wert zunimmt (4). Trotz dieser Voraussetzungen waren bei der neuen Tablette bereits nach sechs Minuten über 80 Prozent und nach 15 Minuten über 90 Prozent des Wirkstoffs gelöst unabhängig vom pH-Wert der Pufferlösung.

 

Für eine schnelle Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt ist die rasche und möglichst vollständige Löslichkeit des Wirkstoffs von entscheidender Bedeutung. Entsprechend zeigte sich in den pharmakokinetischen Studien, dass im Vergleich zur bisherigen Tablettenformulierung maximale Plasmaspiegel von ASS mit der Neuformulierung 2,5-mal schneller und von Salicylsäure viermal schneller erreicht wurden. Gleichzeitig blieb die Gesamtexposition für beide Formulierungen vergleichbar hoch wie im Verhältnis der AUCs gezeigt werden konnte.

 

Der Ionisierungsgrad der Acetylsalicylsäure ist ein weiterer Faktor, der die Aufnahme des Wirkstoffs in den Blutkreislauf beeinflusst. Im niedrigen pH-Bereich liegt ASS als schwache Säure in neutraler Form vor, was die Resorption durch lipophile Membranen im Gegensatz zur ionisierten Form erleichtert. Eine In-vitro-Simulation des Magen­milieus mit unterschiedlichen in Wasser gelösten ASS Formulierungen zeigte, dass die neue Tablette im Gegensatz zu den anderen Formulierungen nicht zu einer Anhebung des pH-Wertes und damit Ionisierung des Moleküls führte. Die hohe Löslichkeit selbst bei niedrigen pH-Werten und die geringe Ionisierung des Wirkstoffes in der neuen Formulierung korrelieren demnach mit der schnellen Resorption bei gleichzeitig erhöhtem maximalem Plasmaspiegel.

 

Die beobachteten pharmazeutischen und pharmakokinetischen Effekte wurde in einem klinischen Schmerzmodell hinsichtlich ihrer Auswirkung auf den Eintritt der analgetischen Wirkung untersucht. In Studien an Patienten mit postoperativen Schmerzen nach Weisheitszahnextraktion zeigte sich, dass nach Einnahme der neuen Tablettenformulierung tatsächlich die aus den Dissolutions- und Pharmakokinetik-Studien erwartete Beschleunigung des Wirkeintritts erfolgte. Die doppelt so schnelle deutlich spürbare Schmerzreduktion im Vergleich zur bisherigen Formulierung stellt eine klinisch bedeutsame Verbesserung für Patienten mit akuten Schmerzen dar. Gleichzeitig blieb die Gesamtwirksamkeit unverändert, wie anhand der Parameter Schmerzintensität im Vergleich zum Basiswert (SPID) und totale Schmerzreduktion (TOTPAR) sowie der Einnahmehäufigkeit einer Notfallmedikation innerhalb des sechsstündigen Beobachtungszeitraums gezeigt werden konnte. Ferner waren unter beiden ASS-Formulierungen und auch unter Placebo das Nebenwirkungsprofil und die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse vergleichbar.

 

Zusammenfassend ergeben die hier dargestellten Untersuchungen ein übereinstimmendes Bild: Durch die erhöhte Löslichkeit der neuen Aspirin-Formulierung auch bei niedrigem pH-Wert und der verbesserten Resorption des Wirkstoffs kommt es im Vergleich zu bisherigen Tablettenformulierung zu einem schnelleren Eintritt der schmerzlindernden Wirkung bei gleichbleibender Wirkdauer und Wirkstärke sowie unverändertem Nebenwirkungsprofil. /

 

Literatur

  1. Voelker M, Hammer M. Dissolution and pharmacokinetics of a novel micronized aspirin formulation. Inflammopharmacol 2012;20:225-231
  2. Cooper SA, Voelker M. Evaluation of onset of pain relief from micronized aspirin in a dental pain model. Inflammopharmacol 2012;20:233-242
  3. Doyle G, Jayawardena S, Ashraf E, Cooper SA. Efficacy and tolerability of nonprescription ibuprofen versus celecoxib for dental pain. J Clin Pharmacol 2002; 42:912-919
  4. Schrör K. Acetylsalicylsäure. Dr. Schrör Verlag Frechen, 2011
  5. Cooper SA, Desjardins PJ. The Value of the dental impaction pain model In: Szallasi A (ed) Drug Development Analgesia, Methods in Molecular Biology Series, The Humana Press 2010
  6. Desjardins PJ, Black P, Papageorge M et al. Ibuprofen arginate provides effective relief from postoperative dental pain with more rapid onset of action than ibuprofen. Europ J Clin Pharmacol 2002; 58:387-394
  7. European Medicines Agency (2010) Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP). Guideline on the Investigation of Bioequivalence. CPMP/QWP/EWP/1401/98 Rev. 1, London, 20 January 2010

Tabelle 1: Pharmakokinetische Daten für Cmax, AUCs und t1/2 (Mittelwert (Standardabweichung)) sowie für tmax (Median (min, max)) für 500-mg-Tabletten in neuer und bisheriger Formulierung.

Parameter neue Aspirin Tablette bisherige Aspirin Tablette
Acetylsalicylsäure Cmax (µg/ml) 13,8 (2,88) 4,4 (1,54)
AUC0-t ( µg h/ml) 6,2 (1,12) 6,4 (1,53)
AUC0-∞ 6,2 (1,12) 6,5 (1,55)
tmax (min) 17,5 (15,0, 25,0) 45,0 (22,5, 240)
t1/2 (h) 0,35 (0,06) 0,54 (0,17)
Salicylsäure Cmax (µg/ml) 35,1 (6,68) 27,0 (4,86)
AUC0-t ( µg h/ml) 190,0 (52,03) 177,1 (46,08)
AUC0-∞ 198,4 (54,12) 189,4 (50,59)
tmax (min) 45,0 (20,0, 90,0) 180,0 (90,0, 300,0)
t1/2 (h) 2,55 (0,59) 2,79 (0,55)

Tabelle 2: Ergebnisse der Zielkriterien

Zielkriterium neue Aspirin Tablette bisherige Aspirin Tablette Placebo
Mediane Zeit bis zur ersten wahrnehmbaren Schmerzreduktion (Minuten (95 % KI)) 16,3 (12,2, 19,2) 20,0 (15,7, 23,4)* 20,0 (18,9, 30,0)**/#
% der Patienten mit diesem Ereignis 92,2 85,7 70,5
Mediane Zeit bis zur deutlich spürbaren Schmerzreduktion (Minuten (95 % KI)) 49,4 (40,2, 57,7) 99,2 (77,0, 148,3)* N.E. bis 180 min. **/##
% der Patienten mit diesem Ereignis 65,0 62,1 37,1
SPID 0 – 2 h (Mittelwert (SD)) 1,3 (1,5) 1,0 (1,5)* 0,2 (1,3)**/##
SPID 0 – 4 h (Mittelwert (SD)) 1,9 (3,2) 2,0 (3,4) 0,3 (3,2)**/##
SPID 0 – 6 h (Mittelwert (SD)) 2,3 (4,7) 2,8 (5,3) 0,5 (5,2)*/##
TOTPAR 0 – 2 h (Mittelwert (SD)) 3,3 (2,2) 2,8 (2,2)* 1,7 (2,0)**/##
TOTPAR 0 – 4 h (Mittelwert (SD)) 5,7 (4,5) 5,6 (4,8) 3,5 (4,6)**/##
TOTPAR 0 – 6 h (Mittelwert (SD)) 7,6 (6,6) 8,0 (7,5) 5,5 (7,6)*/#
N.E. = nicht erreicht, SPID = summierte Differenzen der Schmerzintensität, TOTPAR = totale Schmerzreduktion, 95 % KI = 95 % Konfidenzintervall, SD = Standardabweichung * p < 0.05 versus neuer Tablette; ** p < 0,001 versus neuer Tablette; # p < 0,05 versus bisheriger Tablette, ## p <0,001 versus bisheriger Tablette

Tabelle 3: Häufigkeit unerwünschter Ereignisse in der jeweiligen Studiengruppe

Neue Aspirin Tablette Bisherige Aspirin Tablette Placebo
Gesamtzahl der behandelten Patienten 206 203 105
Gesamtzahl unerwünschter Ereignisse 50 36 41
Anzahl der Patienten mit wenigstens einem unerwünschten Ereignis 38 (18,4 %) 31 (15,3 %) 23 (21,9 %)
Gastrointestinale Beschwerden 10 (4,9 %) 8 (3,9 %) 8 (7,6 %)
Übelkeit 8 (3,9 %) 6 (3,0 %) 5 (4,8 %)
Erbrechen 5 (2,4 %) 1 (0,5 %) 3 (2,9 %)
Neurologische Beschwerden 12 (5,8 %) 16 (7,9 %) 13 (12,4 %)
Schwindel 4 (1,9 %) 2 (1,0 %) 2 (1,9 %)
Kopfschmerzen 8 (3,9 %) 14 (6,9 %) 9 (8,6 %)
Infektionen 13 (6,3 %) 9 (4,4 %) 5 (4,8 %)
Alveoläre Ostitis (Wundheilungsstörung) 12 (5,8 %) 9 (4,4 %) 5 (4,8 %)

Zusammenfassung

Eine Neuformulierung der 500 mg Aspirin Tablette mit mikronisierter Acetylsalicylsäure (ASS) und Natriumcarbonat als aktivem Zerfalls­beschleuniger wurde sowohl in einer präklinischen Dissolutionsstudie als auch in klinischen Studien zur Pharmakokinetik und Wirksamkeit geprüft (1, 2). Im Vergleich zur bisherigen 500-mg-Aspirin-Formulierung lösten sich die neuen Tabletten im pH-Bereich zwischen 1,2 bis 6,8 signifikant schneller (1). Die pharmakokinetischen Untersuchungen zeigten, dass für die maximale ASS-Plasmakonzentration der Neuformulierung ein deutlich höherer Wert (13,8 mg/ml versus 4,4 g/ml) in signifikant kürzerer Zeit (17,5 ersus 45 Minuten) erreicht wurde bei gleichzeitig unveränderter Gesamtexposition (1). In einem etablierten Modell zur Linderung akuter Schmerzen (post­operative Schmerzen nach Weisheitszahnextraktion) trat die Schmerzlinderung unter der neuen Aspirin Tablette im Vergleich zur bisherigen Formulierung signifikant schneller ein, sowohl für die Zeit bis zum Eintritt der ersten wahrnehmbaren Schmerzreduktion (16,3 versus 20,0 Minuten) als auch bis zum Eintritt einer deutlich spürbaren Schmerzreduktion (49,4 versus 99,2 Minuten). Der beschleunigte Wirkeintritt führte gleichzeitig nicht zu einer Beeinträchtigung der Maximalwirkung und der Wirkdauer oder der Verträglichkeit im Vergleich zur bisherigen Tablette (2).

* Daten zu weiteren getesteten Referenz-Formulierungen können der Originalpublikation (1) entnommen werden.

 

** Daten zur einer weiteren Wirksamkeitsstudie mit zwei 325 mg Tabletten (650 mg ASS) können der Originalpublikation (2) entnommen werden.

 

1Bayer Consumer Care, Whippany, USA, korrespondierender Autor
2Bayer Consumer Care, Morristown, USA
3Clinical Trial Consultant, Palm Beach, USA
4Bayer HealthCare AG, Leverkusen

Anschrift der Verfasser

Dr. Michael Völker, Bayer HealthCare AG, Gebäude K 56, 51368 Leverkusen,  E-Mail: michael.voelker(at)bayer.com

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