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Aids

Rückschritte zu verzeichnen

25.07.2018
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dpa / Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids macht Rückschritte. Über Wege, die weltweite HIV-Epidemie einzudämmen, beraten rund 18 000 Wissenschaftler, Aktivisten, Patienten und Politiker vom 23. bis 27. Juli in Amsterdam auf der Welt-Aids-Konferenz.

Ursprünglich hatte sich das UN-Programm gegen Aids (Unaids) im Jahr 2014 vorgenommen, die Ausbreitung des HI-Virus bis 2030 zu beenden. Mittlerweile gilt das Ziel als kaum noch erreichbar. In bestimmten Ländern und in Regionen weltweit »sehen wir erneut, dass die Epidemie weiter zunimmt«, warnte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft, Professor Dr. Linda-Gail Bekker.

Die Welt-Aids-Konferenz ist das weltweit größte Expertentreffen zu der Immunschwäche-Erkrankung. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto »Barrieren durchbrechen, Brücken bauen«. Dabei sollen nicht nur neue Therapien diskutiert und wissenschaftliche Neuheiten vorgestellt werden, sondern es geht auch um grundlegende Rechte der Patienten, etwa die Frage, wie besonders gefährdete Gruppen überall auf der Welt Zugang zu Tests und Therapien erhalten können.

 

Knapp 37 Millionen Menschen sind derzeit mit dem HI-Virus infiziert, die meisten leben in Afrika. Fast 60 Prozent von ihnen seien derzeit in Behandlung, schreibt Unaids. Jedes Jahr sterben knapp eine Million Menschen an Aids. 2017 gab es nach Angaben von Unaids 1,8 Millionen Neuinfektionen. Damit scheint das Etappenziel, die Zahl der Neuinfektionen bis 2020 auf 500 000 zu drücken, unerreichbar. Das Gleiche gilt für das Vorhaben, die Zahl der Todesfälle bis 2020 ebenfalls unter 500 000 zu senken.

 

»Wir läuten die Alarmglocken«, sagte Unaids-Chef Michel Sidibé vor wenigen Tagen anlässlich der beginnenden Welt-Aids-Konferenz. Während es in Afrika Fortschritte gebe, nehme die Zahl der Neuinfektionen in etwa 50 Ländern deutlich zu. »Der Rückgang bei Neuinfektionen war am deutlichsten in der am stärksten von HIV betroffenen Region, dem östlichen und südlichen Afrika, wo neue HIV-Infektionen seit 2010 um 30 Prozent zurückgingen«, betont Unaids. Dagegen habe sich die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Osteuropa und Zentralasien verdoppelt. Dort gebe es jährlich rund 190 000 neue HIV-Infizierte, davon 80 Prozent in Russland, erklärten Experten aus diesen Gebieten. Nur eine Minderheit der Patienten habe Zugang zu Medikamenten. »Die größten Barrieren, die Epidemie zu beenden, haben ideologische und politische Ursachen«, erklärte Bekker. Stigmatisierung von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und die Verfolgung von HIV-Infizierten gelten als Gründe für eine weitere Ausbreitung der Epidemie. /

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