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DAC/NRF-Rezepturhinweise

Retter in der Not

25.07.2018
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Von Andreas Melhorn / Rezepturarzneimittel herzustellen, ist manchmal auch für geübte Rezeptare eine Herausforderung. Nicht immer hilft Lehrbuchwissen weiter. Die Rezepturhinweise des Deutschen Arzneimittel-Codex/Neuen Rezeptur-Formulariums (DAC/NRF) greifen die Fragen auf, die sich in der Praxis stellen.

Das DAC/NRF-Team beantwortet seit Jahrzehnten viele Tausend Anfragen. Daraus entstand eine Sammlung von rund 550 Dokumenten, die alle Rezeptur-relevanten Themen abdeckt. Der Fundus wird ­kontinuierlich bearbeitet.

Es gibt allgemeine Hinweise, zum Beispiel den Rezepturtipp Plausibilitätsprüfung, der erklärt, wie eine solche Prüfung systematisch durchgeführt wird. Den Hauptteil bilden aber Texte über verschiedene Wirk- und Hilfsstoffe. So beschäftigen sich beispielsweise vier Rezepturhinweise mit Chlorhexidin in jeweils unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Neben allgemeinen Daten zum Wirkstoff, Kommentaren zum Bedarf in der Rezeptur und Verweisen auf das Werk des DAC/NRF findet der Leser häufig vorkommende Beispiel­rezepturen. Liegt eine Verschreibung eines nicht standardisierten Rezepturarzneimittels vor, bieten die entsprechenden Rezepturhinweise häufig alle Informationen, die benötigt werden, um die Zusammensetzung zu beurteilen.

 

Die lexikalische Aufbereitung des gesammelten Wissens bietet entscheidende Vorteile. Denn reine Tabellenwerke erlauben zwar eine schnelle Einschätzung bestimmter Parameter, unterstützen aber häufig nicht die eigene Einschätzung. Die Erklärungen in den Rezepturhinweisen sind nur wenige Seiten lang und so strukturiert, dass der Leser schnell die benötigten Informa­tionen heraussuchen kann.

 

Keine reine Theorie

 

Die Rezepturhinweise bilden die Grundlage, auf der in der Apotheke die meisten Entscheidungen getroffen werden können. Und sie basieren nicht allein auf Theorie: Im Labor des DAC/NRF werden Rezepturformeln getestet und auf Stabilität und Praktikabilität untersucht, um standardisierte Rezepturarzneimittel zu entwickeln und häufig aufkommende Fragen fachlich kompetent zu beantworten. Die praktische Erfahrung hilft dabei, auch ungewöhnliche Zusammensetzungen zu bewerten.

Jedem Abonnenten des DAC/NRF stehen die Rezepturhinweise über die Website zur Verfügung. Sie können leicht über die Service-übergreifende Suche gefunden werden, die den zen­tralen Anlaufpunkt für das gesamte Online-Angebot bildet. Es lohnt sich, mit der Suche ein wenig zu experimentieren, Begriffe einzeln oder in Kombination einzugeben und die Ergebnisse zu vergleichen.

 

Verschiedene Kategorien

 

Die Fundstellen sind nach Kategorien geordnet:

 

  1. Rezepturhinweise: Sie bilden in ihrer Gesamtheit quasi ein Lexikon des Rezepturwissens. Die meisten Fragen sollten sich damit beantworten lassen.
  2. Rezepturenfinder: Dieser ist eine immer größer werdende Sammlung von inzwischen circa 2400 standardisierten und individuellen Rezepturvorschriften. Ein Ampelsystem hilft bei der Einordnung der Rezepturformel und Kommentare und Verweise erläutern Besonderheiten und mögliche Probleme. Auch nicht plausible Zusammensetzungen sind enthalten und mit dem roten Ampelzeichen versehen.
  3. DAC/NRF-Werk: Es steht Abonnenten komplett online zur Verfügung. Der Text entspricht der Papier- oder DVD-Ausgabe und kann bei Bedarf im dort verwendeten Layout ausgedruckt werden.
  4. Weitere Seitenhinhalte: Neben Treffern in dem kostenlos angebotenen Newsletter des DAC/NRF sind hier Fundstellen in anderen Publikationen der DAC/NRF-Redaktion oder den Tools aufgelistet. Das gilt auch für aktuelle Hinweise, die von der Redaktion des DAC/NRF in einem Newsletter und auf der Website auch für Nichtabonnenten zur Verfügung gestellt werden.

Neben den über die Suchfunktion aufzufindenden Inhalten bietet die Website verschiedene Tools, die die alltägliche Arbeit im Labor erleichtern. Diese liegen auch dem Loseblattwerk auf ­einer CD bei und sind auf der DVD-Version des Werks enthalten. Die Tabellen für die ­Rezeptur sind eine unverzichtbare Hilfe und enthalten Auflistungen unter anderem von rezeptierbaren pH-Bereichen und anderen Eigenschaften von Grundlagen, Wirkstoffen und Emulgatoren. Sie bilden einen guten Einstieg in die Plausibilitätsprüfung. Zur Berechnung der Einwaagekorrektur stehen die bewährte Excel-Datei und ein Online-Rechner zur Verfügung. Eine weitere Excel-Datei unterstützt bei der Berechnung der Ansatzmenge bei massen­basierter Kapselherstellung und bei der Inprozesskontrolle sowohl bei massenbasiertem als auch bei volumenbasiertem Vorgehen. Die Hilfen zur Kommunikation mit dem Arzt sind Briefvorlagen, mit deren Hilfe Anfragen und Veränderungsvorschläge für Rezepturen an den Arzt weitergereicht werden können.

 

Sollten weder die Rezepturhinweise noch die vielen anderen Angebote der Website ausreichen, um eine Rezepturformel abschließend zu beurteilen, steht Abonnenten die Informationsstelle des DAC/NRF zur Verfügung. Apothekenmitarbeiter finden unter dem Reiter »Für Abonnenten« ein Onlineformular, über das spezifische Fragen an die Infostelle gerichtet werden können. /

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