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Keine gute Idee

02.05.2018
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Keine gute Idee

Der gesundheitspolitische Teil des Wirtschaftsforums des Deutschen ­Apothekerverbandes (DAV) startete mit einer manifesten Überraschung für die Apotheker. Der CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich ­präsentierte eine von ihm entwickelte Alternative zum Rx-Versandverbot. Lesen Sie dazu Rx-Versandverbot: Kurswechsel mit Gegenwind. Danach sollen Versandapotheken weniger ­Honorar erhalten als stationäre Apotheken. Die Differenz zum regulären Packungshonorar soll in einem Fonds landen, aus dem die Vor-Ort-Apotheken gestützt werden.

 

Das hört sich gut an – ist es aber leider nicht. Keine Frage, Hennrichs Vorschlag ist auf den ersten Blick eine sinnvolle Stärkung der öffentlichen Apotheke. Die finanzielle Unterstützung über einen Fonds kann den Wettbewerbsvorteil der rosinenpickenden Versender verkleinern. Es ist gut, dass Hennrich mit seinem Vorschlag Bewegung in die komplizierte ­Situation um das Versandverbot gebracht hat. Der Wechsel im Bundesgesundheitsministerium von Hermann Gröhe zu Jens Spahn hat die Lage noch deutlich komplizierter gemacht. Spahn hat sich bislang nicht unbedingt als Sympathisant des Versandverbotes positioniert. Es war absehbar, dass die Besucher des DAV-Wirtschaftsforums mehrheitlich nicht mit Hennrichs Vorschlag einverstanden sind. Die Apothekerschaft hat über 18 Monate mit Vehemenz und guten Gründen für das als alternativlos ­geltende Versandverbot gekämpft. Vor allem von Union und Linken gab es ­dafür deutlich Unterstützung. Nun die von Beginn an konsequent beibehaltene Strategie aufzugeben, wäre an dieser Stelle eine schlechte Idee. Der Glaubwürdigkeit der Apothekerschaft würde diese Strategie ganz ­sicher nicht dienen. Im Gegenteil: Wer bislang für das Rx-Versandverbot geworben hat, würde sich zu Recht darüber ärgern, den Apothekern auf den Leim gegangen zu sein.

 

Für die Apotheker wäre dies fatal. Zweifel an der Umsetzung des Versandverbotes hat nicht nur Hennrich. Nach Angaben des stellvertretenden SPD-Fraktionschefs Karl Lauterbach hat das Versandverbot derzeit ­keine Priorität für die Sozialdemokraten. Lauterbach hält eine rechts­konforme Umsetzung des Verbotes für unwahrscheinlich. Es ist deshalb richtig, auf diejenigen zu setzen, die die Apothekerschaft bislang unterstützt haben. Zu denen gehört ohne Frage auch Michael Hennrich. Auch wenn er in Potsdam nicht auf einem Nenner mit den Apothekern war.

 

Daniel Rücker

Chefredakteur

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