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Antibiotika

Die richtige Kombi macht’s

15.04.2015
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Von Annette Mende / Um Resistenzen gegen Antibiotika zu umgehen, braucht es nicht immer neue Wirkstoffe. Auch die alternierende Gabe zweier etablierter Arzneistoffe kann zum Ziel führen.

 

Das gilt selbst dann, wenn das behandelte Bakterium gegen jede dieser Einzelsubstanzen resistent ist – vorausgesetzt, sie werden geschickt miteinander kombiniert. Das berichten aktuell Forscher um Ayari Fuentes-Hernandez von der Universität im mexikanischen Cuernavaca im Fachjournal »Plos Biology« (DOI: 10.1371/journal.pbio.1002104).

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie das Makrolid Erythro­mycin und das Tetracyclin Doxycyclin. Beide verhindern die Translation, indem sie an das bakterielle Ribosom binden, allerdings an unterschiedliche RNA-Untereinheiten. Die Wirksamkeit verschiedener sequenzieller Therapien testeten die Wissenschaftler an Escherichia coli. Dieses Bakterium kann gegen beide Wirkstoffe resistent werden, indem es sie über eine Arzneistoffpumpe aus der Zelle entfernt. Bei hohem Selektionsdruck kann diese Pumpe so effektiv arbeiten, dass Kolonien trotz mehrtägiger Behandlung mit der doppelten üblichen Dosis sowohl von Erythromycin als auch Doxycyclin fast ungehindert wachsen.

 

E. coli mit dem Gen für diese Arzneistoffpumpe mit niedrigen Dosen der beiden Antibiotika zu behandeln, scheint daher unsinnig. Aber genau das taten die Forscher. Sie bauten dabei auf das Phänomen der sogenannten kollateralen Sensitivität. Das bedeutet, dass die Behandlung mit einem Wirkstoff Zellen für die Therapie mit einem anderen empfindlich macht. Man macht sich das beispielsweise in der Onkologie zunutze und teilweise auch bei der Eradikationstherapie von Helicobacter pylori.

 

Die gleichzeitige Gabe der beiden Antibiotika brachte in diesem Fall – wie zu erwarten war – keinen Erfolg. Stattdessen identifizierten die Forscher fünf Therapieschemata mit sequenzieller Gabe, die jeweils die gesamte Bakterien­population eliminierten. Am besten bewährte sich dabei der mehrtägige Einsatz von Doxycyclin gefolgt von Einzelgaben von Erythromycin. Als Grund dafür vermuten die Autoren, dass Erythromycin das Bakterium stärker zur Ausbildung der Arzneistoffpumpe anregt als Doxycyclin. Allerdings waren bei Weitem nicht alle Sequenz-Schemata wirksam, sodass weitere Forschung nötig sein wird, bevor dieser Ansatz sich im klinischen Alltag etablieren dürfte. / 

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