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Dienstleistungen

Apotheker erwarten Honorierung

12.02.2014
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Von Daniel Rücker, Davos / Deutsche, schweizerische und österreichische Apotheker setzen immer mehr auf Dienst­leistungen wie das Medikationsmanagement. Bei einer Diskussionsrunde während des Pharmacon in Davos standen neue Angebote der Apotheker im Mittelpunkt. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Leiter der Europavertretung der ABDA, Jens Gobrecht.

Die Zukunft der Apotheker liegt auch in Angeboten wie dem Medikationsmanagement. Darin waren sich der Präsident der deutschen Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, der österreichische Kammerpräsident Max Wellan und Dominique Jordan vom schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse einig. Allein von der Honorierung der Arzneimittelabgabe könnten die Apotheker wegen stagnierender oder sinkender Margen nicht existieren, so ihre Meinung.

 

Honorar in der Schweiz

 

Am weitesten sind dabei die Apotheker in der Schweiz. Nach Jordans Angaben erzielen sie mittlerweile rund ein Drittel ihres Honorars mit Dienstleistungen. Für ihr Medikationsmanagement, das unter dem Namen Polymedikations-Check läuft, erhalten sie dabei umgerechnet fast 50 Euro.

 

In Deutschland werde sich ein solches Angebot auch bald durchsetzen, ist sich Kiefer sicher. »Wir wollen uns neue Dienstleistungen rund um das Arzneimittel erarbeiten.« Dabei werden die deutschen Apotheker nicht gleich mit einem großen Paket starten, sondern ihr Angebot schrittweise aufbauen. »Wir werden darüber Punkt für Punkt entscheiden«, sagte Kiefer. Für den Kammerpräsidenten ist es wichtig, dass alle Apotheken, die es wollen, diese Dienstleistungen auch anbieten können. Allerdings sei dazu wahrscheinlich eine weitere Qualifizierung notwendig.

 

Auch die Apotheken Österreichs planen den Einstieg in das Medikationsmanagement. Laut Wellan ist für 2016 mit der Einführung der elektronischen Gesundheitsakte auch ein Test zum Medikationsmanagement geplant. Sorgen um dessen Ausgang macht sich der Kammerpräsident dabei wenig. Österreichs Apotheken seien im Durchschnitt größer als die der Nachbarländer und deshalb sehr leistungsstark. Kiefer und Jordan halten allerdings die Größe einer Apotheke für weniger entscheidend. Beide gehen davon aus, dass auch kleine Apotheken in der Lage sind, ein Medikationsmanagement anzubieten. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Apotheker dabei auf entsprechende Wissens-Datenbanken zurückgreifen könnten.

 

Bei einer weiteren Dienstleistung gehen die Apotheker in der Schweiz auf Konfrontation mit den Ärzten. Sie bieten Impfungen an. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Fortbildung für diese Aufgabe. Wellan und Kiefer schließen ein solches Angebot in den Apotheken Deutschlands und Österreichs kategorisch aus. Im Gegensatz zur Situation in der Schweiz ist in Österreich – ähnlich wie in Deutschland – die Aufgabenverteilung zwischen den beiden akademischen Heilberufen geklärt. »In Deutschland wünscht sich die Mehrheit der Apotheker einen Konsens mit den Ärzten«, sagte Kiefer. Die deutschen Apotheker seien gut beraten, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrierten. Auch Wellan lehnte es ab, den österreichischen Ärzten beim Impfen Konkurrenz zu machen.

 

Verstärkte Kooperation

Sehr unterschiedlich ist das strategische Vorgehen der Apotheker in den drei Ländern beim Aufbau der Angebote. Während die schweizerischen Apotheker einen maximalen Konfrontationskurs gegenüber den Ärzten fahren, setzen Deutsche und Österreicher stärker auf Kooperation. Die Ärzte könnten zwar nicht bestimmen, welche Aufgaben die Apotheker übernehmen. Wenn man aber in Zukunft die Patienten stärker gemeinsam versorgen wolle, dann wäre ein Konfrontationskurs nicht sinnvoll, sagt Kiefer.

 

Bei neuen Angeboten der Apotheker setzt der BAK-Präsident deshalb auf einen reformerischen Weg. Die Dienstleitungen der Apotheker sollten in einem Zusammenhang zur Kernkompetenz Arzneimittel stehen. Zudem sollten sie so konzipiert sein, dass die Apothekenbetriebsordnung als regulatorischer Rahmen ausreiche. Neue Gesetze und Verordnungen seien dann nicht notwendig.

 

Insel der Glückseligen

 

Ein Grund für die Unterschiede im Verhältnis zwischen Ärzten und Apothekern in den drei Ländern ist die divergierende Regulationsdichte. Während es in Österreich einen sehr starren Rahmen für die Arzneimittelversorgung gibt, ist die Schweiz weitgehend liberalisiert. Die Österreicher leben auf einer Insel der Glückseligen – auch aus deutscher Sicht. Es gibt keine Niederlassungsfreiheit, sondern eine Bedarfsprüfung. Versandhandel ist in der Alpenrepublik verboten, ebenso Apothekenketten. Und selbst das eingeschränkte Dispensierrecht für Ärzte bereitet den Apothekern keine großen Probleme. Denn Ärzte dürfen nur dort dispensieren, wo keine Apotheke in der Nähe ist.

 

Die Situation in der Schweiz ist eine vollkommen andere. Hier haben die Ärzte in vielen Kantonen das Dispensierrecht. Der Versandhandel ist erlaubt, es gibt Apothekenketten und selbst in Drogerien dürfen nach Jordans Informationen Arzneimittel verkauft werden. Entsprechend hart ist der Verteilungskampf, nicht nur der Apotheker untereinander, sondern auch mit den Ärzten.

Eine Herausforderung bei der Einführung neuer Dienstleistungen ist deren Honorierung. Einig waren sich die drei Diskutanten, dass diese Leistungen gesondert honoriert werden müssen. Am weitesten sind dabei die Schweizer mit ihren annähernd 50 Euro je Polymedikations-Check. Allerdings war es ein weiter Weg bis dahin. Ein großes Problem sei dabei, dass Teile des Polymedikations-Check früher unentgeltlich in den Apotheken vorgenommen wurden, sagte Jordan. Die Patienten hätten nicht verstanden, wa­rum sie dafür bezahlen müssten. Im ersten Jahr war die Nachfrage deshalb sehr schleppend. Mittlerweile hätten sich die Patienten an die Bezahlung gewöhnt und deren Nutzen erkannt.

 

Kiefer setzt auf die Nacht- und Notdienstpauschale als Türöffner für neue Honorare, die von der Arzneimittelabgabe unabhängig sind. Mit dem Nacht- und Notdienst werde eine Versorgungsleistung mit einem fixen Honorar vergütet. Nun müsse es gelingen, auch für andere Versorgungsleistungen ein Honorar zu erhalten. /

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