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ARZNEISTOFFE

Abarelix|Plenaxis®|50|2008

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STOFFGRUPPE
50 Hypophysen-, Hypothalamushormone, andere regulatorische Peptide und ihre Hemmstoffe und Analoga
WIRKSTOFF
Abarelix
FERTIGARZNEIMITTEL
Plenaxis®
HERSTELLER

Speciality European Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
02/2008
DARREICHUNGSFORM

nicht mehr im Handel

Indikationen

Plenaxis ist zugelassen zur Einleitung der hormonalen Kastration bei fortgeschrittenem oder metastasierendem hormonabhängigem Prostatakarzinom, wenn eine Androgensuppression erforderlich ist.

Wirkmechanismus

Abarelix  ist ein synthetisches Dekapeptid, das als Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonist (GnRH-Antagonist) fungiert. Der Wirkmechanismus beruht auf der kompetitiven Rezeptorblockade. Eine Veränderung der Rezeptorexpression ruft der Wirkstoff hingegen nicht hervor. Abarelix bewirkt die schnelle Senkung des luteinisierenden-Hormon-Serumspiegels (LH), des follikelstimulierenden-Hormon-Serumspiegels (FSH) und als Folge davon bei Männern des Testosterons.

Anwendungsweise und -hinweise

100 mg Abarelix werden monatlich als intramuskuläre Injektion mit einer zusätzlichen Gabe am 15. Tag verabreicht. Nach der Injektion sind die Männer für etwa eine halbe Stunde auf Anzeichen einer allergischen Reaktion zu beobachten, die in seltenen Fällen auftreten kann.

 

Bereits nach der ersten Injektion fällt der Testosteronspiegel bei 70 Prozent der Männer bis zum Ende der ersten Woche auf Kastrationsniveau (≤ 50 ng/dl) ab. Nach einer zweiten Gabe am Tag 15 sind fast alle Patienten (94 Prozent) nach vier Wochen kastriert. Wichtig für die Beratung: Die Wirkung ist bei Beendigung der Therapie reversibel.

Nebenwirkungen

Der erniedrigte Testosteronspiegel kann - unabhängig davon, ob die Kastration operativ oder medikamentös erfolgt – zu unangenehmen Begleiterscheinungen führen: Nebenwirkungen unter Abarelix wie Hitzewallungen, Impotenz, Kraftlosigkeit sowie Gewichtszunahme sind damit keine Überraschung.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Da Abarelix das QT-Intervall verlängern kann, sollte der Arzt die Risiken gegen den Nutzen des Arzneimittels sorgfältig abwägen. Das gilt insbesondere bei Patienten, deren Basis-QTc-Werte größer als 450 Millisekunden sind oder die Antiarrhythmika der Klasse IA wie Chinidin und Procainamid oder der Klasse III wie Amiodaron und Sotalol erhalten.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

In einer offenen multizentrischen Phase-III-Studie mit 269 Patienten wurden Abarelix (180 Männer) und Leuprorelinacetat (89 Männer) hinsichtlich des Effektes auf den Testosteronspiegel verglichen. Unter Abarelix war bei keinem Patienten ein Anstieg des Testosteronspiegels zu verzeichnen, was unter Leuprorelinacetat bei mehr als 80 Prozent der Männer eintrat. Sowohl in den zulassungsrelevanten Studien als auch in späteren klinischen Prüfungen konnte im Vergleich zu LHRH-Agonisten beziehungsweise einer Kombination aus LHRH-Agonist und Antiandrogen gezeigt werden, dass Abarelix den Testosteron-Spiegel auch schneller auf Kastrationsniveau senkt (Median sieben Tage unter Abarelix, 21 Tage unter LHRH-Agonist plus Antiandrogen).

Besonderheiten

Die Lagerung von Plenaxis erfolgt bei Raumtemperatur.
Plenaxis ist verschreibungsplichtig.

Links

Die Deutsche Krebsgesellschaft bietet umfangreiche Informationen für Patienten und Ärzte zu verschiedenen Krebsarten, auch zum Prostatakrebs.

Weitere Hinweise

Plenaxis ist für die Anwendung bei Frauen nicht angezeigt.

Letzte Aktualisierung: 23.10.2015