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Bundesrahmentarif

Adexa bricht Verhandlungen ab

Zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern der Apotheker herrscht dicke Luft: Wie die Apothekengewerkschaft Adexa mitteilte, hat die Tarifkommission die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) über einen neuen Bundesrahmentarifvertrag abgebrochen.
Cornelia Dölger
07.11.2018
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Grund für den Abbruch sind offenbar die weit auseinander liegenden Vorstellungen bei der Tarifgestaltung. »Die Arbeitgeber sehen keinerlei Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen der Arbeitsverhältnisse in den öffentlichen Apotheken attraktiver zu gestalten«, kritisierte Adexa-Vorstand Tanja Kratt. Die Vertreter der Arbeitgeberseite wollten lediglich über »redaktionelle Änderungen« verhandeln, das sei zu wenig. »Mit Blick auf die Situation in den Apothekenteams und am Arbeitsmarkt ist uns dafür die Zeit zu schade.«

Man erwarte von der Gegenseite nun konstruktive Vorschläge, ergänzte Andreas May, Erster Vorsitzender der Adexa. Für ihn sei es unverständlich, dass sich der ADA nicht auf innovative Tarifmodelle einlassen wolle, wie es zum Beispiel die Tarifgemeinschaft TGL Nordrhein vor Kurzem getan hatte. »Diese kurzsichtige Denkweise wird den Inhabern noch auf die Füße fallen.« Der ADA war heute für eine Reaktion auf die Kritik nicht zu erreichen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Adexa bekannt gegeben, dass sie sich mit der TGL Nordrhein, einer Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter, grundsätzlich auf einen eigenen Tarif für Leiter von Filialapotheken in der Region geeinigt habe. An der konkreten Ausgestaltung werde gearbeitet. Sollte ein entsprechender Vertrag zustande kommen, würde die TGL damit Neuland betreten; eigene Tarife für Filialleiter sieht der seit Anfang Oktober geltende bundesweite Gehaltstarifvertrag, den ADA und Adexa ausgehandelt haben, nicht vor.

Foto: Dada Lin

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